Niels-Peter Binder

 

34. Schleswiger Tiergarten-Cross:

Sonniges Cross-Erlebnis im Herbstlaub lockte 180 Athleten ins Gehölz  

Dieter Schwarzkopf und Ute Fanslau souverän auf der Langstrecke erfolgreich   

 

Ein warmer Herbsttag und viel Sonne, der sich so gar nicht nach November-Tristesse anfühlte, bescherten den Langstreckenläufern ein perfektes Ambiente für die 34. Auflage des Schleswiger Tiergarten-Crosslaufs. Mit insgesamt 180 Teilnehmern war der Waldlauf-Klassiker in der Kreisstadt so gut besucht wie selten in den vergangenen Jahren. Nachdem im Vorjahr zur gleichen Zeit noch Sturm „Christian“ seine Spuren hinterlassen, ein Betreten der Wälder im Norden unmöglich gemacht und so die Absage des Tiergarten-Crosslaufs erzwungen hatte, war nun im Gehölz am Eisteich wieder ein vielbeiniges Gewusel der Waldläufer aller Altersklassen zu bestaunen. Das ungewohnt milde November-Wetter hatte viele kurzentschlossene Starter in den Tiergarten gelockt und sorgte für gut besetzte Teilnehmerfelder in allen Rennen. Während die jungen Sportler auf einer neu geschnittenen Runde ihre schnellsten Athleten ermittelten, konnten die Veranstalter von Spiridon Schleswig, die erwachsenen Starter ihre großen Runden im Gehölz auf nahezu unveränderter Strecke drehen lassen. Der Sprung über einen umgestürzten Baum gab dem Rennen durch die Natur noch eine zusätzliche Cross-Note, stellte aber für keinen der Aktiven eine ernsthafte Herausforderung dar. Auch ohne aufgeweichtes Geläuf wurde der 34. Tiergarten-Cross mit seinen zahlreichen kurzen und knackigen Steigungen sowie dem lang gezogenen Zielanstieg dem Ruf als einer der schwersten, aber auch schönsten Waldläufe des Nordens durchaus gerecht.

Die Cracks der Szene und auch die Hobbyläufer zeigten sich in Schleswig jedoch in bester Crosslaune. Im Rennen über die 8.800 m lange Langstrecke knüpfte Dieter Schwarzkopf vom Borener SV an seinen Erfolg von 2012 an. Der 27-jährige übernahm früh die Führung und gab sie nicht mehr ab. In 33:26 Minuten sicherte sich Schwarzkopf den Sieg und damit auch den Kreismeistertitel des KLV Schleswig-Flensburg. „In der vergangenen Woche hatte mich eine Erkältung etwas gebremst, aber heute lief es schon wieder ganz gut“, freute sich der BSV-Athlet nach dem anstrengenden Rennen im Wald. Mit etwas mehr als einer Minute Rückstand folgten Maximilian Wegert von der SG Athletico Büdelsdorf (34:35 Min.) und kurz dahinter der Eckernförder Jan-Peter Brückner (35:06 Min.). Das Rennen der Frauen entschied Ute Fanslau vom SV Enge-Sande in 37:51 Minuten mit Riesenvorsprung ungefährdet für sich. Wiebke Rottschäfer vom STV Sörup durfte sich als Gesamt-Zweite nach 46:06 Minuten über den Kreismeistertitel freuen und behielt auf der Zielgeraden die Nase vor Gaby Krämmer (46:11 Min.). Auf der Mittelstrecke (4.400 m) bewies Nachwuchs-Ass Thurid Gers von der LG Flensburg ihre Extraklasse. Die 17-jährige ließ in 17:40 Minuten selbst der keinesfalls langsamen Julia Gröling (Fri Ööwingsfloose/ 19:27 Min.) keine Chance. Schnellster Mann auf den zwei großen Runden am Eisteich war der 43-jährige Routinier Marco Kolmorgen von der LG Neumünster, der in 16:04 Minuten seine Tempohärte unter Beweis stellte. Doppelstarter Maximilian Wegert (Büdelsdorf) schaffte kurz dahinter in 16:44 Minuten das „Double“ aus zwei zweiten Plätzen an einem Tag.

Auf der neu gestalteten kleinen Runde drehten die jüngsten Crossläufer aus der Region mit viel Elan ihre Runden. Nachdem monatelang ein für Kinder nur schwer überbrückbarer Graben den Streckenverlauf der traditionellen Kinderstrecke unterbrochen hatte, konzipierten die Organisatoren eine Ausweichstrecke am Paulihof. „Zu unserer Überraschung war der Graben wenige Tage vor dem Lauf verrohrt und zugeschüttet, aber wir haben dann trotzdem die neue Strecke genommen, die wir schon veröffentlicht hatten“, erklärt Spiridon-Organisator Claus Reusch.

Die jungen Laufenthusiasten bewiesen auch auf veränderten Runde Tempohärte und Ausdauer. Triathlontalente wie Mara-Sophie Münster (TriAs Flensburg) als Siegerin der Klasse W 14 präsentierten sich ebenso in starker Herbstform wie Leichtathletik-Nachwuchsasse wie Malina Schmitz vom TSV Fahrdorf, die das Rennen der jüngsten Schülerinnen für sich entschied. Mit insgesamt sieben Titeln in den Jugendklassen verließ der TSV Fahrdorf einmal mehr als erfolgreichster Klub das Gehölz.