Niels-Peter Binder

25. Schleswiger VR-Bank-Stadtlauf: 470 Athleten feierten beim Jubiläum mit 
Heimsieg für Sabine Andres - Nordfriesen bestimmen Männerkonkurrenz
 

Auf eine so lange Historie kann kein anderer Straßenlauf zwischen Schlei und Förde zurückblicken. Zum nunmehr 25. Mal traf sich die Laufszene zum Schleswiger VR-Bank-Stadtlauf. Die traditionsreichste Laufveranstaltung des Kreises Schleswig-Flensburg feierte bei idealen äußeren Bedingungen ihr respektables Jubiläum mit über 470 aktiven Gästen. Der Wettergott hatte es wahrlich gut gemeint mit den Zuschauern und Aktiven an und auf der Strecke und servierte ihnen einen sonnigen Frühlingstag mit bestem Laufwetter. In Abwesenheit der absoluten Landesspitze gerieten die Streckenrekorde auf der schnellen Strecke zwar dennoch nicht in Gefahr, aber gleichwohl wurde auf dem Rundkurs zwischen Schleihalle, Domschule und Holm mit viel Tempo und Elan um Zeiten und Plätze gekämpft. 
Im Hauptlauf über 10 km nutzten die Langstreckenläufer aus dem Norden, die sich in den Vorjahren mit Verfolgerplätzen hinter den dominanten Siegern hatten begnügen müssen, die Gunst der Stunde. Bei den Frauen lieferten sich die beiden derzeit schnellsten Marathonläuferinnen des Kreises ein spannendes Duell um den Gesamtsieg. Sabine Andres (Spiridon Schleswig) und Gunda Nielsen (TSV Glücksburg 09) hatten beide aus den Vorwochen noch ihre Marathonläufe in Hamburg beziehungsweise Hannover in den Beinen. Lokalmatadorin Sabine Andres hatte allerdings bereits eine Woche mehr Regeneration hinter sich und zeigte sich auf den letzten Kilometern denn auch einen kleinen entscheidenden Tick spritziger. In 41:52 Minuten siegte die Schleswigerin knapp vor Gunda Nielsen (42:06 Minuten), die sieben Tage zuvor noch als Gesamt-Dritte bei den Norddeutschen Marathon-Meisterschaften in Hannover geglänzt hatte. “Die Zeit ist eigentlich ganz okay, aber eine Woche nach einem Marathon kamen mir diesmal auch die 10 km ziemlich lang vor”, erklärte die Glücksburgerin nach dem Rennen. Den dritten Platz belegte Elvira Schiefelbein vom VfL Bokel in 42:45 Minuten. 
Bei den Männern geriet das Rennen fast zu einer reinen Nordfriesen-Show, nachdem der Schleswiger Torsten Fritzsche leicht angeschlagen nach wenigen Kilometern ausgestiegen war. Die ersten sechs Plätze gingen an Athleten von der Westküste, ehe der neue Kreismeister Arne Hansen (Spiridon Schleswig) nach 37:11 Minuten als Siebenter das Ziel erreichte. An der Spitze des Feldes gaben die Gebrüder Petersen vom TSV Ladelund unangefochten das Tempo vor. Am Ende hatte mit dem 35-jährigen Christian Petersen der jüngere Bruder in 35:38 Minuten die Nase knapp vorn. Willi Petersen blieb in 35:59 Minuten der zweite Platz vor dem vereinslosen Manuel Banck (36:13 Min.). 
Im Rennen über 5 km siegte erstmals der Silberstedter Dieter Schwarzkopf. In 17:15 Minuten imponierte der 22-jährige gelernte Basketballer, der in den Vorjahren schon vorne mitgemischt hatte, mit seinem kraftvollen Laufstil und verwies Spiridon-Ass Sönke Peters (17:27 Min.) auf den zweiten Platz. Die weibliche Konkurrenz entschied leichtfüßig die kleine Julia Gröling vom SV Klintum für sich. In 22:01 Minuten ließ die 10-jährige Schülerin den älteren Nachwuchstalenten wie Judith Kuiper (Polizei SV Flensburg/ 2. in 22:31 Min.) und auch den erfahrenen Läuferinnen wie Wencke Mohr (SV Friedrichskoog/ 3. in 23:22 Min.) keine Chance. 
Lennart Carstensen von LG Schleswig-Fahrdorf (9:12 Min.) und Jasmin Christensen (10:25 Min.) waren die schnellsten Kinder beim 2-km-Jugendlauf. 
Alle Gesamtsieger der Rennen über 2 km und 5 km waren noch nicht geboren, als im Mai 1985 der erste Schleswiger Stadtlauf gestartet worden war. Als einzige Athletin, die schon bei der Premiere dabei war, absolvierte Hildegard Vollbehr den 10-km-Hauptlauf. Die 65-jährige erinnerte sich beim Jubiläumslauf noch an den ersten Start vor 24 Jahren, der damals auf dem Rathausmarkt war. “Da habe ich mich erstmal ganz vorsichtig weit neben die anderen Starter aufgestellt. Eigentlich hatte ich mit dem Laufen auch nur begonnen, um fitter zu werden für meine Touren als Bergsteigerin”, erzählt die Läuferin von Spiridon Schleswig. Neben dem Bergsteigen entwickelte sich aber das Laufen dann doch zu einer weiteren Passion. Unzählige Marathonrennen (u.a. allein 20 Mal den Hamburg-Marathon) hat Hildegard Vollbehr im letzen Vierteljahrhundert absolviert und war bis auf ganz wenige krankheitsbedingte Ausnahmen auch bei jedem Stadtlauf mit am Start. Die 25. Auflage absolvierte sie in 55:28 Minuten als Zweite der W 65.
Der Spiridon-Vorsitzende Claus Reusch zog ein positives Fazit zum Ablauf des Jubiläumsrennens. Zwar lag die Beteiligung auf Grund einer zeitgleichen großen Laufveranstaltung bei Kiel und der ebenfalls parallel stattfindenden Duathlon-Landesmeisterschaften in Gelting etwas unter dem Niveau der Vorjahre, doch der runde Ablauf des Lauffestes sorgte trotzdem für glückliche Gesichter bei den Organisatoren. “Die gute Stimmung bei den Sportlern, Zuschauern und Helfern war deutlich zu spüren, so dass wir dennoch zufrieden sind“, bilanzierte Reusch.