Niels-Peter Binder

Flensburger Sieger über 1000 Stufen

   

SCHLESWIG Insgesamt 1000 Stufen auf der Lollfußtreppe bildeten auch bei der 5. Auflage des Schleswiger Treppenlaufs eine der spannendsten sportlichen Herausforderungen des regionalen Laufkalenders. Rund 30 Aktive meisterten in der Kreisstadt den nur 6 km langen Lauf, der mit der zehn Mal zu bewältigenden Treppe mit 100 Stufen zwischen Lollfuß und Michaelisallee aber einen der steilsten Anstiege Schleswigs beinhaltete. Runde für Runde zogen die Stufen den Athleten die Kraft aus den Beinen und nur wenige Starter nahmen die Treppe auch in der zehnten Runde noch genauso schwungvoll wie in der ersten Runde.

Eine der wenigen Sportlerinnen, denen das gelang und die mit beeindruckender Leichtigkeit ihre Runden abspulte, war die neue Siegerin Zuzanna Asztemborska. Die Flensburgerin gewann in ihrem Treppenlauf-Debüt mit einem neuen Streckenrekord von 32:00 Minuten unangefochten die Frauenkonkurrenz. Die 40-jährige startete zwar erstmals beim Treppenlauf, brachte aber durch einen mehrjährigen Aufenthalt in Bayern die Erfahrung aus zahlreichen Bergläufen mit an die Schlei. "An den Stufen habe ich zwischen kleinen Schritten und großen Schritten über zwei Stufen gewechselt", beschrieb Aszemborska ihre erfolgreiche Taktik an der Lollfußtreppe,. mit der sie alle Konkurrentinnen und bis auf die drei Topplatzierten auch alle Männer hinter sich ließ. Anne Schnitzer (35:08 Min.) und Heike Kaack (SG Athletico Büdelsdorf/ 36:46 Min.) folgten auf den weiteren Medaillenplätzen.

Bei den Männern rannte der Vorjahreszweite Tim-Ole Petersen (Zippel's Läuferteam) zu seinem ersten Treppenlauf-Sieg. In 29:33 Minuten setzte sich der 35-jährige Flensburger vor Norman Bromberg vom Borener SV (31:15 Min.) und Sönke Johannsen vom STV Sörup (31:54 Min.) durch. Nachdem zunächst Johannsen das Tempo vorgegeben hatte, übernahm Petersen schon nach wenigen Runden die Führung und konnte fortan seinen Vorsprung immer weiter ausbauen. Das Gefühl, den Vorsprung locker ins Ziel bringen zu können, stellte sich allerdings bei Tim-Ole Petersen trotz des Abstands auf die Verfolger nie ein. Auch der Sieger spürte an jeder Treppenstufe, dass die Beine schwerer werden und sich in den Oberschenkeln Müdigkeit breit macht. "Auf so einer Strecke braucht man keine Gegner", fasste Petersen seine Eindrücke prägnant zusammen.

Fotos: Arne Hansen